Von Plastikmüll zu regenerativer Kreislaufwirtschaft
Plastikverschmutzung gehört zu den drängendsten Umweltproblemen unserer Zeit. Besonders betroffen sind Küstenstädte wie Sihanoukville in Kambodscha. Höchste Zeit, lokale Gemeinden zu stärken, damit sie selbst aktiv gegen Plastikmüll vorgehen können.
Das Problem: Fehlende Müllinfrastruktur in Kambodschas Küstenstädten
Sihanoukville war einst ein kleines Fischerdorf. Heute treiben rasche Urbanisierung und wachsender Tourismus die Abfallmengen in die Höhe – während die städtischen Sammelkapazitäten begrenzt bleiben. Die Folge: Immer mehr Gemeinden stehen vor der Herausforderung, mit dem steigenden Abfallaufkommen Schritt zu halten.
Eine zentrale Rolle beim Sammeln und Recyceln von Plastikabfall spielen informelle Müllsammlerinnen und -sammler – die Mehrheit von ihnen Frauen. Sie leisten wertvolle Arbeit für den Umweltschutz, sind dabei aber häufig unsicheren Arbeitsbedingungen, eingeschränkten wirtschaftlichen Möglichkeiten, gesellschaftlicher Stigmatisierung und minimalem Zugang zu sozialer Absicherung ausgesetzt.
Die Lösung: Das Cambodia Plastic Circularity Project
Gemeinsam mit dem Cambodia Plastic Circularity Project der UNDP – unterstützt durch die Coca-Cola Foundation (TCCF) – setzen wir uns vor Ort für eine nachhaltige und dauerhafte Lösung ein. Dabei implementieren wir inklusive Lösungen für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. Das Projekt verbindet Abfallmanagement auf Haushaltsebene mit gemeinschaftlichem Engagement und stärkt so das Bewusstsein der Bewohner:innen für Mülltrennung.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung informeller Müllsammler:innen. Sie übernehmen eine entscheidende, aber oft unsichtbare Rolle bei der Beseitigung von Plastikabfall: Ihre Arbeit trägt maßgeblich dazu bei, Kunststoffe zurückzugewinnen, die sonst Ökosysteme verschmutzen und lokale Lebensgrundlagen gefährden würden.
Zusätzlich verfolgt das Programm einen geschlechtersensiblen Ansatz. Ziel ist es, dass weibliche informelle Müllsammlerinnen gleichberechtigten Zugang zu Chancen, Ressourcen und Weiterbildungsangeboten erhalten.
Ganzheitlicher Ansatz: Die vier Ebenen des Projekts
Das Projekt setzt auf vier zentralen Ebenen an:
- Umweltschutz: Weniger Plastik in Wasserwegen, Ozeanen und auf illegalen Deponien – durch konsequente Mülltrennung und sichere Entsorgung auf Haushaltsebene.
- Soziale Inklusion: Stärkung von Frauen, benachteiligten Haushalten und informellen Müllsammler:innen, mit dem Ziel einer Frauenbeteiligung von mindestens 50 % in allen Projektaktivitäten.
- Stärkung informeller Müllsammler:innen: Schulungen, bessere Arbeitsbedingungen, reduzierte berufsbedingte Risiken, Aufbau von Peer-Learning-Netzwerken sowie neue Einkommensmöglichkeiten.
- Gemeinschaftliche Befähigung: Aufklärungskampagnen zu den 4Rs (Refuse, Reduce, Reuse, Recycle) und zum Plastikabfallmanagement – für kollektive Verantwortung, langfristige Verhaltensänderung und weniger Stigmatisierung gegenüber informellen Müllsammler:innen.
Mit diesem Modell stärken wir lokale Gemeinschaften nachhaltig – um den Eintrag von Plastik in die Umwelt zu stoppen und zu verhindern, dass weiterer Abfall in Flüsse und Ozeane gelangt.