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Cleanup-Projekt

Kambodscha

Einer der längsten Flüsse der Welt hat ein massives Müllproblem - das erste Langzeitprojekt von everwave startet genau dort, am Mekong in Kambodscha.

Mittlerweile sind wir in an unterschiedlichen Standorten in Phnom Penh, Siem Reap und Sihanoukville aktiv.

Siem Reap Floating Villages

Überblick

Ort

Phnom Penh, Siem Reap und Sihanoukville, Kambodscha

Art

Fluss-Cleanup mit Müllsammelboot, händisches Ufer-Cleanup und Household Collection

Zertifizierung

Ocean Bound Plastic (OBP) Standard durch Control Union und TÜV SÜD Verifizierung

Aktiv seit

August 2022

Wo wird gesammelt?

Phnom Penh: Cleanup am Mekong

Unser erster Langzeitstandort befindet sich in Phnom Penh, direkt am Mekong. Der Mekong durchquert sechs Länder und ist für Millionen Menschen eine wichtige Lebensgrundlage. Gleichzeitig fehlt in vielen Regionen entlang des Mekong eine funktionierende Abfallinfrastruktur. Dadurch gelangen große Mengen an Plastikmüll in die Umwelt und schließlich in den Fluss.

Drohnenaufnahme einer schwimmenden Müllbarriere, die Plastikmüll und Abfälle in einem Fluss bei Phnom Penh sammelt. Ein Müllsammelboot nähert sich zur Bergung des gesammelten Mülls.

Siem Reap: Schutz des Tonlé-Sap-Sees

Ein weiterer Cleanup-Standort befindet sich in Siem Reap am Tonlé-Sap-See, dem größten Süßwassersee Südostasiens. Gelegen nähe Angkor Wat sichert der See die Lebensgrundlage von mehr als 15 Millionen Menschen, unterstützt Fischerei und Landwirtschaft in der Region. Besonders betroffen sind die sogenannten Floating Villages: schwimmende Dörfer auf dem Wasser. Da kein geregeltes Abfallmanagement vorhanden ist, gelangen Plastikabfälle und Haushaltsreste direkt in den See.  

Pfahlhäuser und Boote in einem schwimmenden Dorf am Tonlé-Sap-See in Kambodscha, aufgenommen vom Wasser aus.

Sihanoukville: Ausbau der Infrastruktur

Zusätzlich haben wir den Cleanup-Standort in Sihanoukville von TONTOTON übernommen. Durch die Übernahme und den Ausbau des Standortes kann die Sammlung und Verarbeitung von Abfällen langfristig gesichert und erweitert werden. Durch die Integration des Standortes in unser System können wir die Infrastruktur erhalten und einen langfristigen Einsatz gewährleisten.

Gemeinsam mit der UNDP Kambodscha und der Coca-Cola Foundation stärken wir nachhaltige Abfallwirtschaft, reduzieren Plastikverschmutzung und fördern faire Perspektiven für informelle Abfallsammler:innen.

Erfahre mehr über unsere Partnerschaft im Partnership Spotlight der UNDP: Zum Beitrag

Unterstützt von:

Drohnenaufnahme einer everwave Anlage in Sihanoukville, Kambodscha, mit Lagerhalle und Infrastruktur zur Sortierung und Verarbeitung gesammelter Abfälle.

Infrastruktur vor Ort

Herzstück unserer Infrastruktur ist ein speziell entwickeltes Müllsammelboot für Flüsse. Es fährt direkt in Müllansammlungen hinein und transportiert die Abfälle über ein Förderbandsystem aus dem Wasser. Ergänzend dazu führen unsere Teams regelmäßige Uferreinigungen im Umfeld der Sammelstellen durch, um zu verhindern, dass Abfälle erneut in die Gewässer gelangen.

Zusätzlich arbeiten wir mit lokalen Clean Agents zusammen: Sie sammeln Müll aus der Umwelt sowie aus den Gewässern und bringen ihn zur weiteren Verarbeitung in unsere Zero-Waste Center.

Den gesamten Müll sammeln wir in unseren Zero-Waste Centern. Dort werden die Abfälle zunächst getrocknet und danach manuell sortiert. Da wir unterschiedliche Arten von Müll aus der Umwelt holen, ist der Schritt der Sortierung zentral.

Dadurch können verschiedenen Rohstoffe unterschiedlichen Recyclingprozessen zugeordnet werden. In unseren Zero-Waste Centern wird also der gesammelte Müll für weitere Verwertungswege vorbereitet. Ziel ist es, möglichst viele Materialien im Kreislauf zu halten und zu verhindern, dass Abfälle erneut in die Umwelt gelangen.

Zusammensetzung des Mülls

Der Müll, den wir in Kambodscha sammeln, setzt sich aus vielfältigen Materialien zusammen. Aktuell sortieren wir den Müll in folgende Kategorien: PP, PET, PS, HDPE, LDPE, PVC, Textilien und non-recyclables.

Im Bereich des recyclebaren Plastikmülls finden wir hauptsächlich PET und PP. Diese Arten werden aussortiert und an eine lokale Recyclinganlage zur Weiterverarbeitung verkauft.

Die non-recyclables haben leider keinen weiteren Wert. Diese werden von einer lokalen Firma abgeholt und in das sogenannte Co-Processing gegeben: Ein Prozess, bei dem Müll kontrolliert verbrannt wird, um Energie für eine Zementfabrik zu gewinnen. 

Uns ist bewusst, dass Co-Processing auch in der Kritik steht, aber aktuell ist das die einzige Möglichkeit unter den lokal gegeben Umständen, den Müll vollständig und nachhaltig verwerten zu können.

Einsatz von künstlicher Intelligenz

Vor Ort setzen wir künstliche Intelligenz ein, um den gesammelten Müll systematisch zu erfassen und besser zu verstehen. Dafür entwickeln und trainieren wir eigene Modelle, die den Müll erkennen und kategorisieren. So gewinnen wir wertvolle Daten über die Zusammensetzung, den Herkunft und die Wege von Müllströmen. Langfristig können diese Modelle auch dabei helfen, Produkte und Marken in den gesammelten Abfällen zu identifizieren.

Die Daten helfen uns dabei, gemeinsam mit lokalen Partnern den Aufbau einer funktionierenden Infrastruktur vor Ort zu ermöglichen. Gleichzeitig unterstützt die automatisierte Erkennung, recycelbare Materialien besser zu identifizieren und gezielter in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen. Eine präzisere Sortierung verbessert die Materialqualität für unsere lokalen Verarbeitungspartner und schafft damit die Voraussetzungen für eine hochwertige Verwertung.

Kamera und Monitor an einer Anlage zur Erfassung und Sortierung von gesammeltem Abfall.

Hin zu inklusiven Kreisläufen

Gemeinsam mit der UNDP Kambodscha arbeiten wir in Sihanoukville an nachhaltigen Sammel- und Verwertungsstrukturen, um Plastikverschmutzung zu reduzieren. Gleichzeitig schaffen wir bessere Perspektiven für informelle Abfallsammlerinnen und -sammler durch faire Einkommensmöglichkeiten und Qualifizierungsangebote.

Unsere Arbeit konzentriert sich auf vier zentrale Bereiche:

  • Weniger Plastik in der Umwelt durch getrennte Sammlung, Verwertung und eine sichere Entsorgung nicht verwertbarer Abfälle.

  • Mehr soziale Teilhabe für Frauen, vulnerable Haushalte und informelle Abfallsammlerinnen und -sammler durch faire Beteiligung und neue Einkommensmöglichkeiten.

  • Bessere Arbeits- und Lebensbedingungen durch Schulungen, Qualifizierung und den Zugang zu stabileren Erwerbschancen.

  • Langfristiger Wandel durch Umweltbildung und die Förderung der 4R-Prinzipien: Refuse, Reduce, Reuse und Recycle.

Das Projekt wird von der Coca-Cola Foundation und der Regierung Japans unterstützt und von everwave gemeinsam mit UNDP Kambodscha und dem kambodschanischen Umweltministerium umgesetzt.

Teilnehmende einer Informationsveranstaltung in Kambodscha sitzen in einem Gemeinschaftsraum und verfolgen eine Präsentation zu Umwelt- und Abfallmanagementthemen.

Zusammenarbeit vor Ort

Da wir vor Ort tätig sind, ist es uns wichtig, mit Unternehmen, der Politik und Stakeholdern vor Ort zusammenzuarbeiten, um einen langfristigen und ganzheitlichen Impact gewährleisten zu können.

Neben lokalen Firmen, der UNDP und der Coca-Cola Foundation arbeiten wir eng mit der kambodschanischen Regierung zusammen. Gemeinsam mit dem Umweltministerium haben wir ein 5-jähriges Agreement unterzeichnet, um zusammen Kambodscha und den Mekong sauberer zu machen.   

Und natürlich ist unser Team vor Ort ein existentieller Bestandteil der Projekte. In Kambodscha gibt es zwei Projektleiter, der sich um die Durchführung des Projekts und um unser Boot kümmern. Daneben arbeiten wunderbare Mitarbeiter:innen, die das Boot steuern, den Müll händisch am Ufer sammeln und im Zero-Waste Center sortieren.   

everwave Team vor einem Zero-Waste Center in Kambodscha, wo gesammelter Flussmüll sortiert und für die Weiterverarbeitung vorbereitet wird.
Clean Cambodia

Clean Destination Program

Mit dem Clean Destination Program unterstützen wir Hotels dabei, ihre Destination nachhaltig positiv zu verändern. Gemeinsam setzen wir uns für eine saubere Umwelt und weniger Plastikmüll vor Ort ein. So schaffen wir die Grundlage für ein rundum positives Urlaubserlebnis – und eine saubere Zukunft, von der Gäste, lokale Gemeinschaften und die Umwelt gleichermaßen profitieren.

Interesse geweckt?

Ihr wollt Teil der Welle werden? Dann nehmt Kontakt zu uns auf – wir entwickeln gemeinsam eine Partnerschaft, die zu eurem Unternehmen passt.

Häufig gestellte Fragen

1

Warum ist everwave in Kambodscha aktiv?

Kambodscha zählt zu den Regionen, in denen fehlende Abfallinfrastruktur dazu führt, dass große Mengen Plastik in Flüsse und Gewässer gelangen. Mit unseren Projekten am Mekong, am Tonlé-Sap-See und in Sihanoukville verhindern wir, dass dieser Müll die Ozeane erreicht, und schaffen gleichzeitig langfristige Strukturen für Sammlung und Weiterverarbeitung. 

2

Wie wird der Müll in Kambodscha gesammelt?

Wir kombinieren verschiedene Sammelmethoden: Ein speziell entwickeltes Müllsammelboot entfernt Abfälle direkt aus den Gewässern. Ergänzend führen unsere Teams regelmäßige Uferreinigungen durch und arbeiten mit lokalen Clean Agents zusammen, die Müll aus der Umwelt und den umliegenden Gemeinden sammeln. 

3

Wie stellt everwave sicher, dass der Müll nicht wieder in der Umwelt landet?

Unsere Projekte enden nicht mit der Sammlung. Durch die Sortierung in unseren Zero-Waste Centern, die Zusammenarbeit mit lokalen Recyclingunternehmen und transparente Dokumentationsprozesse stellen wir sicher, dass die gesammelten Abfälle bestmöglich weiterverarbeitet werden. 

4

Wie kann unser Unternehmen das Projekt in Kambodscha unterstützen?

Euer Unternehmen kann das Projekt über Plastic Credits oder eine individuelle Partnerschaft unterstützen. Damit tragt ihr dazu bei, den Ausbau der Infrastruktur, die Sammlung von Plastikmüll und den langfristigen Schutz von Flüssen und Gewässern in Kambodscha zu fördern. Meldet euch gerne bei uns, wenn ihr uns unterstützen wollt: [email protected]