Verpackungen und Plastikflaschen dominieren Meeresmüll

Einmal verwendet und direkt entsorgt: Der Verbrauch von Einwegplastik nimmt weltweit weiter zu. Eine im Juni 2026 veröffentlichte Studie zeigt die drastischen Folgen dieser Entwicklung. Lebensmittel- und Getränkeverpackungen aus Kunststoff, Plastiktüten und Zigaretten gehören weltweit zu den häufigsten Abfällen an Küsten.

Studie analysiert Plastikmüll an Küsten weltweit

Für die im Juni 2026 im Wissenschaftsjournal One Earth veröffentlichte Studie werteten Forschende Daten aus 355 Studien und mehr als 5.300 Küstenmüll-Erhebungen aus. Mithilfe eines Analyseverfahrens erstellten sie einen statistisch gewichteten Vergleich für 112 Länder, die rund 86 % der Weltbevölkerung repräsentieren.

Ziel der Untersuchung war es, herauszufinden, welche Kunststoffprodukte weltweit am häufigsten in der Umwelt landen und damit die größte Rolle bei der Plastikverschmutzung spielen.

Lebensmittelverpackungen sind die häufigste Form von Plastikmüll

Die Daten zeigen ein klares Bild: Rund 97 % aller erfassten Küstenabfälle bestehen aus Kunststoff. Am häufigsten wurden Verpackungen für Lebensmittel und Getränke (etwa Plastikflaschen) gefunden.

An zweiter Stelle folgen Plastiktüten, die in 39 % der Länder zu den drei häufigsten Abfallarten zählen. Darauf folgen Zigaretten bzw. Zigarettenfilter (38 %), Fischerei- und Schifffahrtsausrüstung (34 %) sowie Styropor- und Schaumstoffprodukte (27 %).

Die Studie verdeutlicht, dass besonders Einwegverpackungen im weltweiten Meeresmüll überwiegen.

Warum Lebensmittelverpackungen und Einwegplastik die Küsten dominieren

Nach Einschätzung der Forscher:innen spiegeln die Ergebnisse die weltweiten Produktionsmengen von Kunststoffen wieder. Verpackungen für Lebensmittel und Getränke machen einen erheblichen Anteil der weltweit produzierten Kunststoffe aus und bestehen überwiegend aus Einwegprodukten.

Kurzlebige Kunststoffprodukte verursachen rund 70 % des weltweiten Plastikabfalls. Die hohe Produktion, der große Verbrauch sowie die zunehmende Urbanisierung erklären, warum diese Verpackungen weltweit die Küsten dominieren.

Die Studie zeigt damit einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Menge produzierter Kunststoffe und der Verschmutzung der Umwelt.

Regionale Unterschiede beim Meeresmüll

Obwohl sich die Zusammensetzung des Plastikmülls weltweit stark ähnelt, zeigen sich regionale Unterschiede. Diese hängen unter anderem mit Meeresströmungen, Bevölkerungsdichte und geografischen Besonderheiten zusammen.

Kunststoffflaschen wurden in allen Ozeanen gefunden. Besonders hoch war ihr Anteil in Polarregionen wie der Antarktis und der Arktis. Da Flaschen lange auf dem Wasser treiben können, werden sie über weite Strecken transportiert und gelangen auch in abgelegene Regionen mit geringer Bevölkerung.

Die Forschenden weisen darauf hin, dass Küstenmüll nicht immer ausschließlich aus der jeweiligen Region stammt. Besonders auf kleinen Inselstaaten können Meeresströmungen große Mengen Plastik aus anderen Weltregionen anspülen. 

Politische Maßnahmen können Plastikmüll reduzieren

Die Studie zeigt außerdem, dass politische Maßnahmen zur Verringerung von Einwegplastik wirksam sein können. Abgaben auf Plastiktüten haben beispielsweise in Großbritannien und Irland den Verbrauch deutlich gesenkt.

Durch die Identifizierung der häufigsten Kunststoffabfälle auf nationaler und regionaler Ebene liefert die Untersuchung eine wichtige wissenschaftliche Grundlage für zukünftige Maßnahmen gegen Plastikmüll.

Zudem liefern die Forscher:innen wichtige Erkenntnisse für politische Entscheidungen, beispielsweise im Rahmen des geplanten UN-Plastikabkommens. Eine Verringerung von Einwegplastik könnte dazu beitragen, die weltweite Plastikverschmutzung und den Meeresmüll langfristig deutlich zu reduzieren.

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