Plastiksteuer: EU-Abgabe auf nicht recycelte Kunststoffverpackungen
Seit 2021 gilt für alle EU-Mitgliedsstaaten eine Abgabe auf nicht recycelbare Kunststoffverpackungen. Deutschland zahlt die sogenannte „Plastiksteuer“ aktuell aus dem Bundeshaushalt. Mit den Verhandlungen zum Haushalt 2027 soll die EU-Abgabe nun auf Unternehmen umgelagert werden – mit dem Ziel, Anreize für nachhaltige und recycelbare Verpackungen zu schaffen.
Was genau ist die Plastiksteuer?
Die Plastiksteuer ist eine EU-Abgabe, die Mitgliedsstaaten seit 2021 an die EU zahlen müssen. Dabei werden nicht recycelte Kunststoffverpackungen besteuert. Die Höhe der Abgabe wird anhand des nationalen Recyclingaufkommens berechnet. Die Grundidee: Länder, die weniger recyceln, sollen mehr Abgaben zahlen.
Verpackungsmaterialien gelten nur dann als recycelt, wenn sie anschließend zu neuen Produkten oder Materialien weiterverarbeitet werden. Werden Verpackungsmaterialien zum Recycling in ein anderes EU-Mitgliedsland gebracht, dürfen sie nur in dem Land als recycelt angerechnet werden, in dem sie gesammelt wurden.
Eine konkrete Ausarbeitung und Gestaltung der EU-Plastikabgabe auf Ebene der Mitgliedsstaaten bleibt den einzelnen Ländern überlassen.
Wie wird die Plastiksteuer berechnet?
Die genaue Höhe der Abgabe wird als Differenz zwischen dem Gewicht der angefallenen Verpackungsabfälle in einem Jahr und der im selben Jahr recycelten Menge berechnet.
Pro Kilogramm Verpackungsabfall müssen 0,80 Euro gezahlt werden – dabei bleibt ein Viertel (0,20 Euro) im Mitgliedstaat, Dreiviertel (0,60 Euro) gehen an die EU.
Laut „Plastic Europe“ zahlt Deutschland seit 2021 jährlich 1,4 Milliarden Euro für die rund 1,7 Millionen Tonnen an nicht recyceltem Plastik an die Europäische Union.
Wofür wird das Geld aus der Plastiksteuer verwendet?
Die Einnahmen aus der Abgabe fließen in den Haushalt der EU. Sie gehören zu den sogenannten EU-Eigenmitteln und sollen unter anderem zur Rückzahlung des Aufbauprogramms NGEU („Next Generation EU“) beitragen. Außerdem sollen die Mittel für Klimaschutzmaßnahmen eingesetzt werden, wie etwa für die Förderung der Kreislaufwirtschaft.
Mit der Abgabe auf nicht recycelte Kunststoffverpackungen verfolgt die EU mehrere Ziele:
- Reduzierung von Kunststoffabfällen
- Förderung der Kreislaufwirtschaft
- Finanzierung von Umweltmaßnahmen
- Stärkung des Umweltbewusstseins
Plastiksteuer in Deutschland: Weitergabe an Unternehmen ab 2027 geplant
In Deutschland wurde die Plastiksteuer bis jetzt nicht an Unternehmen weitergegeben – die Abgabe wurde aus dem Bundeshaushalt an die EU gezahlt. Das soll sich nun ändern: Mit den Verhandlungen zum Haushalt 2027 wurde diskutiert, die Abgabe ab 2027 an Unternehmen weiterzugeben.
Die EU-Plastiksteuer soll an Unternehmen weitergegeben werden, die Verpackungen erstmals in Deutschland auf den Markt bringen. Damit plant Deutschland eine erweiterte Herstellerverantwortung, wie sie bereits in anderen Ländern, wie etwa Großbritannien, besteht. Betroffene Unternehmen müssen die Steuer nicht an Verbraucher:innen weitergeben. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass sich die höheren Kosten in den Preisen wiederspiegeln.
Die Abgabe soll Hersteller belohnen, die Recyclingmaterial verwenden oder Verpackungen herstellen, die sich gut recyceln lassen. So können Kunststoffe besser im Kreislauf bleiben und wiederverwendet werden. Gleichzeitig schafft die Steuer einen Anreiz, überflüssige Verpackungen zu vermeiden und Mehrwegverpackungen attraktiver zu machen.
everwave und die Entfernung von Plastik aus der Umwelt
Wir bei everwave setzen uns jeden Tag für plastikfreie Flüsse und Gewässer weltweit ein. Mit Müllsammelbooten, Barrieren und manuellen Cleanups befreien wir Flüsse und Gewässer von Verpackungsmüll. Diese Arbeit ist zentral, um gegen die Plastikverschmutzung anzukommen – jedoch reicht eine Sammlung des Abfalls aus der Umwelt nicht aus, um das Problem dauerhaft zu lösen.
Deshalb ist es wichtig, dass Unternehmen, die Plastikmüll in den Kreislauf bringen, in die Verantwortung genommen werden. Nur durch eine Reduktion von Plastikmüll, mehr recycelbaren Verpackungen und einer Stärkung der Kreislaufwirtschaft in Kombination von Cleanup Projekte kann die Plastikverschmutzung behoben werden.