EU Circular Economy Act

Recyclingraten erhöhen, Abfallproduktion verringern und die wirtschaftliche Autonomie der EU stärken: der Circular Economy Act setzt sich all das als Ziel.

Was ist der Circular Economy Act?

Die EU-Kommission arbeitet derzeit am Circular Economy Act: einer rechtlichen Grundlage für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft innerhalb der EU. Das Ziel ist, einen Binnenmarkt für Sekundärrohstoffe zu schaffen – also sowohl das Angebot an hochwertigen recycelten Materialien als auch die Nachfrage danach zu erhöhen. Die Ressourcen sollen so lange wie möglich im Kreislauf behalten werden, wodurch ökologische Auswirkungen gesenkt und ökonomische Resilienz gestärkt werden können.

Aktuell gibt es unterschiedliche nationale Vorgaben zur Kreislaufwirtschaft: diese sollen im Circular Economy Act gebündelt und zu einem einheitlichen rechtlichen Rahmen zusammengefasst werden. Dadurch können ökologische Nachhaltigkeit, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und eine strategische Autonomie Europas gefördert werden. Eine Umsetzung der Gesetzesgrundlage ist bis Ende 2026 geplant.

Die Recyclingziele in Zahlen

Die EU muss aktuell Rohmaterialien aus anderen Ländern importieren; so werden fast 100% der Schwermetalle und seltenen Erden eingeführt. Das soll sich durch den Circular Economy Act und einem funktionierenden Markt für Sekundärrohstoffe ändern. Auch bei der Kreislaufnutzung von Materialien kann sich die EU noch verbessern – diese lag 2023 bei nur 12.2%.

Das sind die konkreten Recycling-Ziele der EU:

  • 25% der Rohmaterialien aus Recycling (aktuell unter 1%)
  • 24% Kreislaufnutzungsrate bis 2030 (2023 bei 12.2%)
  • 70% Recycling-Rate für Verpackungen bis 2030 (2023 bei 67.5%)

Reduzierung des Materialeinsatzes

Neben der Erhöhung der Recyclingquoten nimmt sich die EU auch die Ressourcennutzung vor, denn die innerhalb der EU verwendeten Materialien und der produzierte Müll pro Kopf sind weit über dem weltweiten Durchschnitt. Der Material-Fußabdruck 2024 lag bei ca. 14 Tonnen pro Kopf und die Abfallproduktion 2022 bei ca. 5 Tonnen.

Das zeigt deutlich: ein nachhaltiger Weg kann nur durch eine Kombination aus Recycling und Reduktion gelingen. Dabei müssen die recycelten Materialien auch in einen ökonomischen Wettkampf mit den Rohmaterialien treten können. Aktuell sind Materialien, wie etwa PET, neu viel preiswerter herzustellen als das recycelte Produkt zu verwenden.

Teil des EU Green Deals

Der Circular Economy Act steht dabei nicht isoliert: er ist ein Teil des EU Green Deals sowie eingebettet in den Clean Industrial Deal der EU. Er soll bereits bestehende Initiativen zusammenführen. Dabei zielt der Circular Economy Act auf eine umfassende Strategie ab, die auf mehr Klimaschutz, höherer Wettbewerbsfähigkeit und strategischer Autonomie basiert.

Bei der täglichen Arbeit an den everwave Cleanup-Standorten sehen wir die aktuellen Auswirkungen der globalen Abfallwirtschaft: verschmutzte Flüsse und Gewässer, Abfall in der Umwelt. Solange recyceltes Material teurer ist und Neues preiswert hergestellt werden kann, wird weiterhin eine Menge an Abfall in unserer Umwelt landen. Der Circular Economy Act hat das Potential, sowohl ökologische Nachhaltigkeit als auch ökonomische Stabilität zu erreichen, die Recyclingrate zu erhöhen und den Abfall in unseren Flüssen und Gewässern zu verringern.

Help Us Save The Ocean