Vom 04. bis 14. August 2025 werden die Verhandlungen der Vereinten Nationen (UN) über ein globales, rechtlich verbindliches Plastikabkommen fortgesetzt. Ziel ist es, die weltweite Plastikverschmutzung über den gesamten Lebenszyklus von Kunststoff zu reduzieren – von der Produktion über die Nutzung bis hin zur Entsorgung. 

UN-Plastikabkommen: Weg zu globaler Regulierung von Plastikverschmutzung 

Der politische Prozess für ein globales Plastikabkommen begann 2022 mit einem Beschluss der UN-Umweltversammlung (UNEA). Seitdem verhandelt das zwischenstaatliche Verhandlungskomitee (INC) über ein internationales Abkommen gegen Plastikmüll und Plastikverschmutzung im Meer. 

Ziel ist ein weltweit verbindlicher Rahmen, der die zunehmende Umweltbelastung durch Plastik in Ozeanen, Flüssen und Ökosystemen wirksam eindämmt. 

INC-Verhandlungen: Fortschritte und offene Konflikte 

Seit Beginn der Verhandlungen fanden mehrere Runden des sogenannten Intergovernmental Negotiating Committee (INC) statt. Die bislang letzte große Runde (INC-5 in Busan, Südkorea) brachte erste gemeinsame Elemente eines möglichen Vertragstextes hervor. 

Dazu gehören unter anderem: 

  • ein mögliches Ziel zur Reduktion der globalen Plastikproduktion  

  • Maßnahmen gegen problematisches Einwegplastik  

  • Einschränkungen für gefährliche chemische Zusatzstoffe in Kunststoffen  

Diese Punkte dienen als Grundlage für die weiteren Verhandlungen in Genf. 

UN-Plastikabkommen: zentrale Streitpunkte in Genf 

In Genf stehen weiterhin zentrale Fragen im Fokus, insbesondere: 

  • Soll das Abkommen die gesamte Plastikproduktion regulieren?  

  • Oder nur das End-of-Life-Management von Plastikmüll?  

  • Wie streng sollen globale Vorgaben zur Reduktion von Plastikproduktion ausfallen?  

Über 70 Ministerinnen und Minister sowie mehr als 3.000 Teilnehmende aus Staaten, NGOs, Wissenschaft und Industrie nehmen an den Gesprächen teil. Damit zählen die aktuellen Verhandlungen zu den bislang größten im Prozess. 

Während viele Länder – darunter EU-Staaten, Deutschland, Panama und Mexiko – ambitionierte Regelungen für ein starkes Plastikabkommen fordern, bremsen insbesondere erdölproduzierende Staaten wie Saudi-Arabien, Iran und Russland strengere Verpflichtungen aus. 

Warum ein globales Plastikabkommen notwendig ist 

Die weltweite Plastikproduktion und -verschmutzung hat massive Auswirkungen auf Umwelt, Klima und Gesundheit. Ein großer Teil des produzierten Plastiks wird nicht recycelt, sondern landet auf Deponien, in Verbrennungsanlagen oder gelangt über Flüsse in die Ozeane. 

Ein wirksames globales Plastikabkommen gilt deshalb als zentraler Hebel, um: 

  • Plastikmüll im Meer zu reduzieren  

  • Mikroplastik in der Umwelt zu vermeiden  

  • Kreislaufwirtschaft weltweit zu stärken  

  • die Produktion von neuem Plastik zu begrenzen  

INC-5.2 in Genf: Entscheidung über die Zukunft von Plastik 

Die Verhandlungen in Genf (INC-5.2) zeigen weiterhin große Differenzen zwischen den Staaten. Besonders umstritten sind die globalen Begrenzungen der Plastikproduktion und ein Verbot bestimmter gefährlicher Chemikalien in Kunststoffen.  

Die Gespräche gelten als entscheidender Schritt auf dem Weg zu einem finalen Abkommen. 

everwave und das globale Plastikabkommen 

everwave engagiert sich als Teil der Innovation Alliance for a Global Plastics Treaty für ein starkes, wirksames und global verbindliches Plastikabkommen. 

Aus unserer Perspektive ist klar: Ein effektives Abkommen muss an der Wurzel ansetzen – also Plastikvermeidung, Reduktion der Produktion und funktionierende Abfallinfrastruktur umfassen. Nur so kann verhindert werden, dass Plastik überhaupt erst in Flüsse, Meere und die Umwelt gelangt.