Die steigende Plastikverschmutzung gefährdet Ökosysteme, verschärft die Klimakrise und hat weitreichende wirtschaftliche Folgen. Der aktuelle Bericht des World Economic Forum verdeutlicht die gravierenden Auswirkungen der globalen Plastikflut und zeigt, dass gemeinsames Handeln notwendig ist.
Jährlich gelangen 130 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Umwelt
Die Zahlen des World Economic Forum sind alarmierend: Rund 130 Millionen Tonnen Plastikmüll gelangen jedes Jahr in die Umwelt, auf Felder, in Flüsse, an Küsten und in unsere Ozeane. Werden keine drastischen Maßnahmen ergriffen, könnte diese Menge bis 2040 auf bis zu 280 Millionen Tonnen pro Jahr steigen.
Einmal in der Umwelt hat Plastik drastische Auswirkungen. Tiere verheddern sich darin oder verwechseln Plastikteile mit Nahrung, Ablagerung können Schadstoffe freisetzen und Ökosysteme sowie natürliche biologische Prozesse beeinträchtigen.
Die Plastikverschmutzung bedroht damit nicht nur Ökosysteme und Lebensgrundlagen, sondern verschärft auch die Klimakrise. Für 2025 nennt der Bericht Emissionen von 2,7 Mrd. Tonnen CO₂e im Zusammenhang mit Plastik.
Plastikverschmutzung verursacht wirtschaftliche Schäden
Die Gefährdung ganzer Ökosysteme und Lebensgrundlagen bringt wirtschaftliche Folgen mit sich. Mehr als die Hälfte des weltweiten BIP, rund 58 Billionen US-Dollar, ist moderat oder stark von der Natur abhängig. Allein der jährliche Verlust mariner Ökosystemleistungen durch Plastikverschmutzung schätzt das World Economic Forum auf 500 Mrd. bis 2,5 Billionen US-Dollar.
Besonders betroffen sind Branchen, die unmittelbar auf funktionierende Ökosysteme angewiesen sind, darunter Fischerei, Landwirtschaft und Tourismus. Bei einer weltweiten Recyclingquote von weniger als 10 % kann Recycling alleine das Problem nicht lösen. Entscheidend ist die Kombination unterschiedlicher Maßnahmen, wie die Reduktion des eingesetzten Plastik, die Verwendung anderer Materialien und die gleichzeitige Erhöhung der Recyclingquote.
Flüsse sind zentrale Eintragswege für Plastik ins Meer
Bei dem Eintrag von Plastik in die Ozeanen spielen Flüsse eine zentrale Rolle. Sie transportieren Abfälle aus ihrem Einzugsgebiet über weite Strecken bis ins Meer. Werden Müll-Hotspots und Eintragswege frühzeitig identifiziert, kann Plastik bereits dort abgefangen werden.
Den wirtschaftlichen Nutzen solcher Maßnahmen zeigt eine in 2021 veröffentlichte Studie: Demnach könnte Kambodscha durch die Verhinderung des Eintrags von Plastikmüll in das Tonle-Sap-Becken, das größte zusammenhängende Süßwasser-See-Fluss-System Südostasiens, bis 2030 Verluste an Naturkapital und Materialwert sowie Schäden durch Umweltzerstörung im Wert von mindestens 4,8 Milliarden US-Dollar vermeiden. Davon würden auch nachgelagerte Ökosysteme im Mekong und im Südchinesischen Meer profitieren.
everwave setzt an Flüssen und Gewässern an
Genau hier setzt everwave an: Unsere Cleanup-Standorte sind so gewählt, dass Plastikmüll an zentralen Hotspots aus Flüssen, Gewässern und Flussufern geholt wird, um nachfolgende Ökosysteme und Meere zu schützen.
Einer unserer Standorte befindet sich am Tonle Sap in Kambodscha. Dort tragen unsere Maßnahmen dazu bei, Plastik aus einem ökologisch und wirtschaftlichen bedeutenden Gewässersysteme zu entfernen und wichtige Lebensräume sowie die Lebensgrundlagen der Menschen in der Region zu schützen.
Gleichzeitig erleben wir vor Ort, wie eng Plastikverschmutzung und wirtschaftliche Entwicklung miteinander verbunden sind. Das gilt insbesondere für den Tourismus. Mit unserem Clean Destination Program in Kambodscha arbeiten wir deshalb gemeinsam mit Hotels daran, eine nachhaltige Infrastruktur aufzubauen und Destinationen langfristig von Plastikmüll zu entlasten.
Die Dimensionen der Plastikverschmutzung zeigen: Für den Schutz unsere Ökosysteme und Lebensgrundlagen müssen wir gemeinsam handeln.