In Kambodscha, am Tonlé-Sap-See, liegen die Floating Villages: Schwimmende Häuser und Dörfer, die auf Stelzen an das Seeufer gebaut wurden. Eine funktionierende Müllinfrastruktur besteht oft nicht.  

Was sind die Floating Villages?  

Im Herzen Kambodschas, nahe Angkor Wat, liegt der Tonlé-Sap-See: Als größter Süßwassersee in Südostasien sichert er die Lebensgrundlage von mehr als 15 Millionen Menschen und wurde als UNESCO-Biosphärenreservat geschützt. Direkt am Tonlé-Sap liegen die sogenannten Floating Villages - Häuser und Dörfer, die auf Stelzen gebaut wurden, um sich an den schwankenden Wasserpegel des Sees anzupassen.  

Die Floating Villages haben oft keine Anbindung an öffentliche Dienstleistungen, wie etwa fließendes Wasser, Elektrizität oder auch eine Müllinfrastruktur. So gibt es für die Häuser am See keine öffentlich bereitgestellte Müllsammlung oder -abholung. Das ist in Kambodscha keine Ausnahme: gerade in den einkommensschwachen und ländlichen Gebieten ist diese Dienstleistung nicht vorhanden. Dadurch wird Müll offen gelagert, informell verbrannt oder in der Umwelt entsorgt.

Zusammensetzung und Entsorgung des Mülls  

Die Floating Villages sind maßgeblich vom schwankenden Wasserstand des Sees beeinflusst: Während der Regenzeit ist der See 13.260 km² groß und 9 m tief, doch während der Trockenzeit verkleinert sich der See auf 2.215 km²  und 1-2 m Tiefe.  

Dieser schwankende Wasserstand beeinflusst die Art der Müllentsorgung maßgeblich. Während der Regenzeit wird 36 % des Plastikmülls durch informelle Verbrennung oder Ablagerung im Freien und 40 % direkt in den See entsorgt. In der Trockenzeit dagegen werden 76 % des Plastikmülls durch Verbrennung oder Ablagerung, dagegen nur 4 % direkt im See entsorgt.  

Ein Blick auf die Zusammensetzung des gesamten Mülles zeigt: 67 % davon Plastikmüll und 33 % anderer recycelbarer Müll, wie etwa Metalldosen. Vom dem anfallenden Plastikmüll können etwa 75 % recycelt werden, da hauptsächlich PET-Flaschen oder Weichplastik anfallen. Andere Gegenstände, wie etwa Plastikgabeln und -becher werden im Alltag weniger wahrscheinlich verwendet oder sogar vermieden, da es in den Floating Villages Alternativen gibt. 

Das zeigt sich auch an der gesamten Menge an Plastikmüll, der in den Floating Villages entsteht: etwa 40 g Plastikmüll pro Tag und Kopf. In den USA sind es in Vergleich 340 g, in China 120 g und im Durchschnitt in Kambodscha 70 g Plastikmüll pro Tag und Kopf. 

Infrastruktur schafft nachhaltigen Impact  

Klar ist: Plastikmüll wir am häufigsten informell gelagert oder verbrannt. Und von diesem Plastik ist ein großer Teil recycelbar. Dazu kommen die saisonalen Effekte, die zeigen, dass die Entsorgung in den See in der Regenzeit deutlich ansteigt.  

Darüber hinaus würde ein großer Teil der BewohnerInnen der Floating Villages an einem System zur Sammlung der Plastikabfälle teilnehmen. Das zeigt deutlich: Es fehlt an einem Angebot, um den anfallenden Müll sammeln und weiter verarbeiten zu können. 

Mit unserem neuen Cleanup Standort in Siem Reap schaffen wir eine nachhaltige Müllinfrastruktur. Durch unser eigenes Zero-Waste Center kann der Müll vor Ort gesammelt, sortiert und für eine Weiterverarbeitung vorbereitet werden. Gemeinsam mit unserem lokalen Team kann so eine dauerhafte Infrastruktur und nachhaltiger Impact geschaffen werden.