Unsere
Geschichte

Wie Pacific Garbage
Screening enstand –
und zu everwave wurde

Das Grau in der Tiefe

Während eines Tauchgangs auf den Kapverden 2012 streift etwas das Bein von Architektur-Studentin Marcella. Sie erschrickt, merkt aber schnell, dass es sich nur um eine Plastiktüte handelt. In diesem Augenblick wird ihr jedoch bewusst, dass viel mehr Plastik als Fische um sie herumschwimmt. Diese Erkenntnis lässt sie nicht mehr los.

Während ihrer eigenen Recherche wird ihr bewusst, wie groß das Problem wirklich ist. Bei der Suche nach der richtigen Lösung entscheidet sich Marcella 2013 schließlich ihre Masterarbeit ihrem Herzensthema zu widmen: der Meeresrettung. Sie informiert sich über Strömungstechnik, Kunststoffherstellung, Konsumverhalten, Recyclingverfahren und weitere Themen, die weit über das Repertoire eines Architekten reichen.

In einem Berg aus Informationen wird ihr schnell klar: Sie ist doch nicht die Erste, die sich mit dem Thema der sinnvollen Reinigung von Wasser beschäftigt. Kläranlagen nutzen das Sedimentationsprinzip, um schwere Teile absinken zu lassen und so vom Wasser zu trennen. Plastikteile, ob Makro- oder Mikroplastik, die in den Meeren schwimmen, haben eine geringere Dichte als Wasser und sind somit leichter. Wieso das Prinzip also nicht umdrehen?

Im Zuge ihrer Masterarbeit entwickelt die kreative Architektin eine Plattform, deren funktionelle Bauweise die Strömungen beruhigt, damit Kunststoffpartikel mit ihrer eigenen Dichte an die Oberfläche gelangen und abgeschöpft werden können. Fische und andere Meeresbewohner würden nicht geschädigt und das gewonnene Plastik sogar in Biokunststoffe und saubere Energie umgewandelt. Eine Vision ist geboren.

Auf der Suche nach einer Finanzierung oder der Möglichkeit ein Start-Up zu gründen, begegnet Marcella vorerst Zweiflern. Umweltschutz sei nicht wirtschaftlich. Eine einzelne Frau wird so etwas nicht auf die Beine stellen können. Doch es kommt anders. Schnell begeistert sie Menschen, die sich ihr anschließen, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Eine Welle wird losgetreten. Aus einer Masterarbeit entsteht ein Verein. Hier geht’s zu unserer Historie, von Pacific Garbage Screening bis everwave, von Meeresplattform bis CollectiX, Hivex, EmergenSEA Kit u.v.m!

Oktober 2016

– Gründung Pacific Garbage Screening e.V. –

Im Oktober 2016 ist es soweit. Der Verein Pacific Garbage Screening e.V. wird gegründet und wird den Weg ebnen für Entwicklungen und Fortschritte, die zu diesem Zeitpunkt keines unserer 12 Gründungsmitglieder hätte erahnen können.

Der Name bezieht sich auf einen der größten Müllstrudel unseres Planeten, den Great Pacific Garbage Patch. Der Fokus liegt darauf, die Ideen aus Marcellas Abschlussarbeit umzusetzen.

2017

– Aufnahme Vereinsarbeit in der Öffentlichkeitsarbeit –

Marcella wird über einen Trailer auf den Film „Plastic Ocean“ aufmerksam und stellt fest, dass dieser nur in den USA erhältlich ist. Sie nimmt Kontakt zu den Filmemachern auf und kurze Zeit später läuft die Doku auch in deutschen Kinos. Als bekannt wird, dass Ocean Film Tour den Kurzfilm ebenfalls im Programm haben, erhält „PGS“ eine Einladung mitzutouren.

Dank eines Infostandes zu dem Thema und der Chance nach dem Film auf der Bühne über unsere Projekte zu sprechen, erhalten wir bereits in unserem ersten Jahr eine große Reichweite. Einige Mitglieder sind Studenten beim Insitut für Wasserbau in Aachen und schreiben ihre Masterarbeiten über das Strömungsverhalten der Plattform, um damit das Prinzip zu belegen.

Es folgen erste Vorträge und Preise. Dabei lernt Marcella auch Clemens kennen, der sie bei der Ocean Film Tour auf der Bühne interviewt, sowie Tilman, der einen Vortrag in der RWTH Aachen sieht.

Juni / Juli 2018

– Erfolgreiches Crowdfunding: 230.000 € –

Immer mehr motivierte Meeresretter schließen sich dem Verein an, die Köpfe voller Ideen und die Herzen voller Drang, die Welt zu verändern. Zu all diesen aktiven Mitgliedern kommen schnell viele Fördermitglieder hinzu. Allmählich wird allen bewusst: Das Projekt wächst und braucht mehr Zeit und Kapazitäten. Im Juli 2018 startet das Team eine Crowdfundingkampagne und schafft damit die Grundlage der Existenz von Pacific Garbage Screening, denn: die Realisierung dieses Traums muss natürlich auch finanziert werden können.

Wir können uns gar nicht genug bei all unseren Anhängern, Mitgliedern und Unterstützern bedanken. Unser erfolgreiches Crowdfunding über eine Summe von 230.000 Euro bedeutet den wirklichen Startschuss für uns.

Ende 2018

– Fokuswechsel von Meer zu Fluss –

Wenn, dann richtig. Unser Ursprungskonzept sah unsere Plattform noch auf offener See vor. Nach langen Überlegungen und produktiven Gesprächen mit Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft, entschieden wir uns das bisherige Plattformsystem für den Einsatz in Flüssen zu adaptieren.

Warum genau und welche Vorteile dieser strategische Wechsel mit sich bringt, könnt ihr HIER erfahren.

Dezember 2018

– Gründung der GmbH –

Durch unser Wachstum, den verstärkten Fokus auf die Forschung und die anstehenden Einsätze ist es wichtig, Sicherheit zu schaffen, indem wir unter anderem Risiken minimieren. Die GmbH wird gegründet, um das Projekt auf eine noch bessere Basis zu stellen, allen Stakeholdern gerecht zu werden und für zukünftige Projekte bestmöglich vorbereitet zu sein. Der leichtere und umfangreichere Zugang zu Forschungsgeldern sowie die Zusammenarbeit in langfristigen Partnerschaften und der Ausschluss von Haftungsrisiken für den Verein erleichtern die Entscheidung einer Gründung.

Durch unseren verstärkten Fokus auf die Forschung und die anstehenden Einsätze wird es wichtig für uns bestimmte Haftungsfragen aus dem Verein herauszunehmen und damit Sicherheit zu schaffen. Die Gmbh wird gegründet, um das Projekt auf eine noch bessere Basis zu stellen. Um Forschungsgelder beantragen zu können, um Partnerschaften eingehen zu können und um einige Risiken aus dem Verein herauszuhalten.

Hauptgesellschafter der GmbH ist eine gGmbh, so dass nach wie vor die Gemeinnützigkeit im Vordergrund steht.

Dezember 2018 bis März 2019

PGS – von Ehrenamt zu Vollzeit

Das erste Crowdfunding ermöglicht uns, erste Stellen einzurichten. Zuerst wurden Arbeitsplätze in dem Co-Working Space der digitalCHURCH in Aachen angemietet und parallel unser eigenes Büro im Tuchwerk ausgebaut, in das wir schließlich im Mai 2019 einziehen.

Marcellas Stelle wird bis heute über die Straniak Stiftung gefördert. Erste Mitarbeiter sind Tilman und Marcella, gefolgt von Tessa, Jan, Jacky sowie unser externer CFO Helge, bei dem wir uns auf alle wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen verlassen können.

September 2019

Ziel 14 für Nachhaltige Entwicklung der UN

Marcella wird von der Bill & Melinda Gates Foundation als „Goalkeeper*in“ ausgezeichnet. Auf einer Konferenz in New York mit Speakern wie Bill und Melinda Gates, Jacinda Ardern usw., samt Workshops und einem spannenden Programm von drei Tagen, liegt der Fokus auf den Zielen für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen („SDGs“). Unser ‚Top Goal‘ ist selbstverständlich Nr. 14 – Leben unter Wasser.

Im Rahmen einer weltweiten Kampagne, initiiert von „togetherband“, werden Armbänder aus recyceltem Müll und in den Farben aller SDGs verkauft und an Ambassadors weitergereicht. Als Botschafterin des Ziels 14 gibt Marcella ihr zweites Armband an Christian Baudis von Orange Ocean. Weitere bekannte Teilnehmer sind u.a. Ed Sheeran, Kelly Slater, um.

Dezember 2019

– Tests und Weiterentwicklung der Flussplattform –

In zwei Primotyp-Testreihen im Labor, dies sind Vorstufen des ersten Prototypen, können wir die Funktionalität unserer Plattform testen. Diese Erkenntnisse helfen uns bei der Realisierung des ersten Prototypen in der Natur. Auch diese Tests können erfolgreich abgeschlossen werden, sodass wir in die Planung eines Langzeittests starten.

Dank der besonderen Unterstützung des Instituts für Wasserbau und Wasserwirtschaft an der RWTH Aachen University und der Schiffswerft Abeking & Rasmussen sind wir in der Lage unsere Plattform auf Flüsse zu adaptieren, zu testen und erfolgreich umzusetzen.

Juni 2020

Veröffentlichung unseres Umweltkoffers

Neben unseren technischen Lösungen möchten wir vor allem auch langfristigen Impact schaffen, indem wir das generelle Bewusstsein für Meeres- und Umweltschutz aktiv fördern. Unserer Meinung ist es am sinnvollsten, damit schon bei jüngeren Generationen anzusetzen. Unsere Idee: Ein Umweltkoffer für Bildungseinrichtungen.

Im Frühsommer 2020 ist es soweit und unser „EmergenSEA Kit“ wird in zwei verschiedenen Versionen veröffentlicht. Ein Kit ist für die Grundschule konzipiert, ein Kit für die Sekundarstufe 1. Der Weg für Sponsoren, die Koffer an Schulen zu spenden ist hiermit geebnet. Alle weiteren Infos zum Umweltkoffer findet ihr in unserem Bereich der Umweltbildung oder direkt HIER.

August 2020

Unser erster Einsatz des CollectiX-Bootes

Über eine Crowdfunding-Kampagne präsentieren wir unsere CollectiX-Boote und unseren Plan, den von Plastikmüll überfüllten Fluss „Hron“ in der Slowakei zu reinigen. Das Projekt erreicht innerhalb weniger Wochen sein Ziel von 20.000 Euro dank unglaublicher Unterstützer.

Kurz darauf kann Pacific Garbage Screening nicht nur seinen allerersten Boots-Einsatz erfolgreich durchführen. Mindestens genauso hohe Bedeutung wird dabei den gesammelten Erkenntnisse zugeschrieben, sowie der Buzz, den die „Cleanup Mission“ medial auslöst. Mehr dazu HIER.

November 2020

Umbenennung, Re-Launch & Re-Design

Mit der Aktualisierung unseres ganzheitlichen Ansatzes (siehe Ende 2018) wird uns schnell bewusst, dass der Name „Pacific Garbage Screening“ inhaltlich nicht mehr zu uns passen würde. Abgesehen davon geben wir zu, dass er ein kleiner Zungenbrecher ist. Ein neuer Name muss her.

Das Jahr 2020 wird daher intensiv dazu genutzt, eine sinnvolle Umbenennung durchzuführen. Nach lehrreichen Prozessen haben wir uns am Ende für „everwave“ entschieden. Im Rahmen der Umbenennung nutzen wir außerdem die Gelegenheit, einen Website-Relaunch sowie ein Re-Design durchzuführen. Lest im Gastbeitrag von g31 sowie unserem Blogartikel alle Hintergründe dazu.

Frühjahr 2021

– Auszeichnung für HiveX und CollectiX –

Sowohl unsere Flussplattform, die wir HiveX getauft haben, als auch unser Müllsammelboot CollectiX werden von Bertram Piccards Solar Impulse Foundation mit dem Solar Impulse Efficient Solutions Label ausgezeichnet. Damit gehören gleich zwei unserer Lösungen zu den 1000 Lösungen, die die Umwelt auf rentable Weise schützen. Uns macht das natürlich besonders stolz und bestätigt uns auf unserem Weg.

Parallel dazu startet CollectiX seine zwei ersten Einsätze des Jahres in Visegrad, Bosnien & Herzegowina sowie auf der Donau bei Belgrad in Serbien.