PLASTIKMÜLL RICHTET WELTWEIT FINANZIELLEN SCHADEN AN

Die Natur besitzt einen Wert, das so genannte Naturkapital. Es besteht aus vielfältigen Dienstleistungen (Ecosystem Services), die wir für selbstverständlich hinnehmen. Zum Beispiel Tourismus, Fischereiwirtschaft oder Erholungsgebiete. Wird die Natur geschädigt, verschlechtern sich diese Dienstleistungen, was sich dann ebenso negativ auf Wirtschaftszweige auswirkt.

Das Meer zu verschmutzen kostet uns Milliarden Euro pro Jahr

Die Natur bietet dem Menschen eine Vielzahl an Reichtümern – das sogenannte Naturkapital. Ökosysteme liefern uns z.B. Sauerstoff zum Atmen, sauberes Wasser, Nahrungsmittel, Grund- und Rohstoffe für Medikamente und Industrie. Sie steigern unsere Lebensqualität und sind oft Vorbilder für technische Innovationen.

Plastikmüll vermindert diese Qualitäten und damit auch die potenziellen Erträge aus den Meeren erheblich. Jede Tonne Plastik kann wirtschaftliche Folgekosten in Höhe mehrerer tausend Euro pro Jahr verursachen. Für die Weltwirtschaft bedeutet das gesamtwirtschaftliche Schäden durch Plastikmüll in Milliardenhöhe – pro Jahr. Wirtschaftliche Kosten, die kein Verursacher begleicht.

Plastik in unseren Flüssen und Meeren richtet also enorme wirtschaftliche Schäden an.

Und das in vielen Bereichen, die einem nicht sofort in den Sinn kommen.

Beispiele:

  • Fischereibetriebe
  • Zerstörung von Welterbestätten
  • Einbußen beim Tourismus
  • Steigende Kosten durch gesundheitliche Risiken
  • Gesellschaftliche Folgeschäden

Der Tourismus zahlt einen hohen Preis

Verunreinigte Strände und Küstenregionen könnten Proteste, Image-Schäden und Touristen-Rückgänge zur Folge haben und dadurch schließlich auch reduzierte Einnahmen. Allein der Tourismus im Asiatisch-Pazisfischen Raum erleidet bis zu 600 Millionen US-Dollar Schaden durch vermüllte Strände. Bali rief aufgrund dessen zum Beispiel Ende 2017 den Müll-Notstand aus.

Doch das Problem ist nicht so weit weg wie gedacht und betrifft auch Europa. Zuletzt gaben britische, belgische und niederländische Gemeinden zusammen für die Beseitigung von Strandmüll etwa 30 Millionen Euro pro Jahr aus. Hauptmotivation und -anreiz für die Beseitigung sind die potenziellen wirtschaftlichen Auswirkungen auf den Meeres- und Küstentourismus. Das für Tourismus so wichtige Mittelmeer trägt mittlerweile auch den Namen „Plastic Soup„.

Wirtschafts- und sozialpolitische Auswirkungen

Fisch und Meeresfrüchte machen für rund 1,5 Milliarden Menschen weltweit ein Fünftel ihrer Nahrung aus. Plastikmüll nimmt darauf Einfluss und bedroht so die Fischbestände, was gravierende Folgen für ganze Lieferketten und Einzelhändler haben kann. Es kann aber auch weitere Probleme mit sich bringen, u.a. Schäden an Schiffs-Motoren und Fanggeräten, Schäden an Fähren und Booten – sogar Schäden an Häfen.

Wird dieses Problematik nicht beachtet, kann dies geringere Verdienste und verlorene Arbeitszeiten bedeuten. Das wiederum kann in Regionen, die besonders davon abhängig sind, zu steigender Armut führen und bestehende gesellschaftliche Probleme vertiefen.

everwave

Fazit

Durch Plastik in der Umwelt geht dem Wertstoffkreislauf nicht nur kostbares Material verloren. Vielmehr richtet es dort, wo es nicht hingehört, auch noch wirtschaftliche Schäden an. Deshalb hat Plastik einen doppelt-negativen Effekt – auf unsere Umwelt und auf unsere Wirtschaft.