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Hochwasser: Unsere unerwartete Cleanup-Mission „vor der Haustür“

Nach den verheerenden Überschwemmungen Ende Juli wurden der Rursee und umliegende Flüsse in der Eifel stark verschmutzt. Wir sind mit unserem Müllsammelboot vor Ort und räumen auf. Weshalb der Einsatz für uns eine Herzensangelegenheit ist? Hier verraten wir es euch.

Wer hätte gedacht, dass wir 2021 zu einem Hochwasser-Einsatz starten würden? Normalerweise führen uns unsere Einsätze und Aufträge mit unserem Müllsammelboot weit weg von „Zuhause“. Slowakei, Serbien und Bosnien & Herzegowina – dort waren wir in den vergangenen Monaten, um vermüllte Staudämme und vor lauter Plastik unpassierbare Flussmündungen zu säubern.

Doch vor drei Wochen sollte unser Müllsammelboot „Moringa by Landmarken“ – plötzlich und unerwartet – zum ersten Mal in Deutschland zum Einsatz kommen. Der Anlass ist ein trauriger: vor kurzem noch waren die Nachrichten voll mit Bildern der Verwüstung; überflutete Häuser, schwimmende Autos und Straßen, die einem reißenden Fluss gleichen. Die Auswirkungen des extremen Hochwassers haben auch uns sehr betroffen gemacht. Es ist bedrückend, täglich mit den Schäden der Überschwemmungen konfrontiert zu werden, vor allem mit dem Gedanken an all die Menschen, die so viel verloren haben.

Deshalb sind wir froh, gerade jetzt den Menschen fast vor unserer Haustüre zu helfen. Denn unsere Heimatregion, Aachen und die Eifel, war wie viele andere Orte in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz stark betroffen. Es war der Wasserverband Eifel-Rur, der auf uns zugekommen ist und fragte, ob wir beim Aufräumen nicht unterstützen könnten. Wir mussten nicht lange überlegen.

Holzteppich: Das Hochwasser hat tausende Kilo Holz auf den Rursee und in umliegende Gewässer gespült.

Zwischen Teppichen aus Holz und Müll

In Zusammenarbeit mit unseren Partnern BERKY und der Landmarken AG sind wir seit zwei Wochen an unterschiedlichen Standorten entlang des Rursees und der Rur in der Eifel unterwegs, um die Staumauern, Seen und Flusszuläufe zu von angeschwemmtem Müll zu befreien. Plastikmüll ist bei diesem Einsatz in der Minderheit, auch wenn wir immer mal wieder Plastikflaschen einsammeln. In Einruhr wie auch vielen anderen Stellen war die Oberfläche des Sees vor lauter Ästen und großen Holzstämmen kaum zu erkennen – und leider schwammen auch immer wieder vereinzelt tote Tiere zwischen dem Holz. Bei unserem Einsatz in Gemünd fanden wir wiederum etwas mehr Plastik vor, weil die Halle eines Getränkegroßhändlers von den Hochwasser-Fluten durchspült und viele Getränkekisten mitgerissen wurden.

Bisher konnten wir unsere Cleanup Mission in Einruhr, Obermaubach, an der Urfttalsperre und in Gemünd starten. Wo das Boot nicht selbst über das Wasser hingelangt, wird es per Lastwagen und Kran transportiert. Weitere Einsatzorte werden in den kommenden Wochen folgen, doch schon jetzt zeigt sich das Ausmaß der Überschwemmungen. Wir hoffen dort so viel wie möglich Unterstützung leisten zu können.

Immerhin: Der Einsatz hilft uns auch bei der Fortentwicklung unserer Technik. Auch unser Drohnensystem, das unsere Partner vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) entwickelt haben, kommt zum Einsatz, um die Müll- bzw. Holzteppiche auf ihre Zusammensetzung zu analysieren und die Software zu verfeinern.