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Challenges 2021: So haben wir unsere Einsätze gemeistert

Corona-Sicherheit, große Baumstämme, tiefer Wasserstand: Unsere Einsätze haben trotz Vorbereitungen auch in diesem Jahr einige Herausforderungen mit sich gebracht.

In der Summe können diese Kleinigkeiten unsere Planungen gehörig durcheinanderbringen. Gemerkt haben wir das vor allem während unserer Einsätze. Zum Jahresende möchten wir euch deshalb ein paar Einblicke in kleinere und größere Herausforderungen geben: 

Eine nicht zu unterschätzende Challenge lieferte natürlich die Pandemie. Das Corona Virus hielt uns auf sehr unterschiedliche Weise auf Trab: Unsere Vorbereitungen dauerten wegen der strikten Einreisebestimmungen und Regelungen vor Ort oft länger als üblich. Einige unserer Mitarbeiter:innen mussten eine Woche Quarantäne in einem Hotel in Kauf nehmen. Auch die Beschaffung von ausreichend Schnelltests für alle Mitarbeiter:innen konnte sich je nach Standort schwierig gestalten.

Immerhin: All das lässt sich einplanen, ist vorhersehbar. „Wirklich schwierig wurde es, als einer unserer Bootsfahrer an Corona erkrankte“, erinnert sich unser Entwicklungsingenieur Jan Klosterhalfen. „Da stand unsere Mission erst einmal still. Wichtig war in dem Moment nur, dass der Mitarbeiter die Infektion gut übersteht.“ Das war zum Glück der Fall. „Und dann stellt sich natürlich die Frage: Wie soll’s weitergehen? Unser Boot ist zwar leicht zu bedienen, dennoch ist es schwierig, so kurzfristig jemanden zu finden, der oder die Zeit hat, acht Stunden pro Tag unser CollectiX zu bedienen“, schildert Klosterhalfen die Situation. „Zum Glück haben unsere Partner gute Kontakte, sodass eine Woche später ein Kollege übernehmen konnte.“

Corona-Pandemie nur teilweise kalkulierbar

Nicht ganz so großes Glück hatten wir hingegen auf unserer Mission im Februar im bosnischen Visegrad. Anfangs sah alles nach einem erstaunlich reibungslosen Einsatz aus: Das Boot kam pünktlich an, die Bedingungen waren gut, die Unterstützung vor Ort groß – doch dann wurde unser Boot beschädigt und ist gekentert. Unser Einsatz mussten wir schließlich beendet werden. Ein Misserfolg war der „kurze Ausflug“ dennoch nicht. In der Zeit zuvor konnten wir bereits eine Menge Müll herausholen.

Einer anderen Sorte Herausforderungen begegneten wir hingegen im Sommer direkt „vor der Haustür”. Bei unserem Einsatz in der Eifel kurz nach dem verheerenden Hochwasser im Juli kam unser Boot an seine Grenzen. Die Flut hatte alle erdenklichen Dinge ins Wasser gespült. Schwierigkeiten stellten immer wieder Baumstämme oder große Äste dar. „Unser Müllsammelboot hat schon Gartenmöbel und Kühlschränke zu sehen bekommen”, sagt Klosterhalfen. „Von vorherigen Einsätzen wissen wir, dass auch Baumstämme normalerweise kein Problem sind, wenn sie schon einige Jahre im Wasser liegen und dementsprechend weich sind.” Anders ist das mit den Baumstämmen in der Eifel gewesen. „Das frische Holz war noch sehr hart und mancher Stamm bestimmt 300 Kilogramm schwer. Der bricht nicht ohne Weiteres, um auf das Laufband zu gelangen.”

Anders als geplant: In der Slowakei musste ein weiterer Truck herbeigeholt werden, um den gesammelten Müll bei niedrigem Wasserstand aus dem Wasser zu holen.

Und dann sind da natürlich noch die Wetterbedingungen. Nicht, dass wir als Aachener Start-Up nicht wüssten, wie schlechtes Wetter aussieht. Ein Einsatz in der Slowakei stellte uns aber vor neue Aufgaben, jedenfalls unsere Logistik. Als wir im vergangenen Oktober dort für unsere nächste Mission ankamen, stellte sich der niedrige Wasserstand als erste Herausforderung heraus, weil die Greifarme der Kräne nicht nah genug an das tiefliegende Boot kamen, um den Müll herauszuheben. „Ein kurzfristig herbeibestellter Truck mit Greifarm konnte das Problem zwar lösen, wäre dabei aber beinah von einer Betonplatte gerutscht“, erzählt Klosterhalfen. Und damit nicht genug: Beim Abtransport musste der Truck mit etwa 25 Tonnen über eine nasse Wiese fahren. In der dritten Runde hat er sich festgefahren. Doch auch hier haben sie die Mühen mehr als gelohnt, mehr als 72 Tonnen Müll hat unser CollectiX am Ende aus dem Damm geholt.

2022 wird das Jahr von everwave

Und 72 Tonnen sind  erst der Anfang. Noch können wir nicht allzu viel in Aussicht aufs kommende Jahr verraten, aber so viel sei gesagt: 2022 werden wir noch viel mehr Müll aus den Flüssen, Dämmen und anderen Gewässern unseres Planeten holen! Unser ganzheitlicher Ansatz und die damit verbundenen Erfolge haben sich weltweit herumgesprochen.

Schon jetzt bereiten wir mehrere Cleanup Missions vor und auch einige Events sind bereits in Planung. Nasse Wiesen und schwere Baumstämme werden da wohl nicht die letzten Herausforderungen gewesen sein. Wir sind uns aber sicher, dass unsere Lösungen sie meistern werden und wir 2022 die nächsten Meilensteine erreichen werden, um unsere Ozeane und Flüsse langfristig und nachhaltig vor Plastik und Müll zu schützen.